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Mauke beim Pferd behandeln: Ursachen, Stadien und moderne Therapieoptionen
Mauke und Raspe beim Pferd behandeln: Mauke ist eine Dermatitis der Fesselbeuge, Raspe die chronifizierte Warzenform am Röhrbein. Die Behandlung kombiniert konsequente Reinigung, antiseptische Wundpflege, Trockenhaltung und Ursachenkontrolle, bei hartnäckigen Verläufen ergänzt durch physikalische Verfahren wie Kaltplasma.
Nässende Fesselbeugen, Krusten am Röhrbein, schmerzhaft geschwollene Beine: Mauke und Raspe zählen zu den hartnäckigsten Hauterkrankungen beim Pferd. Viele Halter kennen den Kreislauf aus kurzfristiger Besserung und rascher Rückkehr der Symptome. Dieser Ratgeber ordnet die Krankheit fachlich ein, beschreibt die Stadien präzise und zeigt Behandlungsansätze, die den klassischen Verlauf durch moderne Wundtherapie ergänzen können.
Was ist Mauke, und ab wann spricht man von Raspe?
Mauke bezeichnet eine Dermatitis in der Fesselbeuge des Pferdes. Betroffen ist zunächst die dünne, wenig behaarte Haut in der Beugefalte. Kleine Hautrisse öffnen die Barriere für Bakterien, Pilze und Milben. Es entstehen Rötungen, Sekret, Krusten und im weiteren Verlauf tiefe, schmerzhafte Läsionen. Die Erkrankung wird auch als Fesselekzem bezeichnet und tritt bevorzugt an den Hintergliedmaßen auf, besonders an Beinen mit weißer Behaarung.
Das Wichtigste auf einen Blick
→ Mauke:
Dermatitis der Fesselbeuge mit Rötung, Nässen und Krusten.
→ Raspe:
chronifizierte, warzig-proliferative Form am Röhrbein.
→ Betroffen:
bevorzugt Hintergliedmaßen, besonders weiße Beine.
→ Auslöser:
Bakterien, Pilze, Milben, begünstigt durch Nässe.
Raspe als chronifizierte Warzenmauke
Raspe ist die fortgeschrittene, chronische Form. Die Läsionen wandern von der Fesselbeuge nach oben Richtung Röhrbein und bilden warzenartige, proliferative Hautveränderungen. Die Haut verdickt sich, es entstehen tiefe Furchen mit hartnäckigen Krusten. Raspe gilt als Stadium 3 der Mauke und ist mit klassischen Waschungen allein selten kontrollierbar. Besonders Kaltblüter, Friesen und Tinker mit ausgeprägtem Fesselbehang zeigen diese chronische Verlaufsform.
Die drei Stadien der Mauke beim Pferd
STADIUM 1
Beginnende Mauke
Heilungsdauer: 2–4 Wochen
SYMPTOME
Leichte Rötung
Verfilztes Fell
Kleine Krusten
Keine Lahmheit
Maßnahme:Scheren, reinigen, trocken halten
→
ohne Behandlung
STADIUM 2
Nässende Mauke
Heilungsdauer: 4–8 Wochen
SYMPTOME
Nässende Stellen
Fellverlust
Schwellung
Schmerzhaftigkeit
Maßnahme:Antiseptika, Tierarzt hinzuziehen
→
ohne Therapie
STADIUM 3
Raspe (Warzenmauke)
Behandlung: mehrere Monate
SYMPTOME
Wulstbildung
Wucherungen
Lahmheit möglich
Chronischer Verlauf
Maßnahme:Tierarzt zwingend, kombinierte Therapie
Risikogruppen: Kaltblüter, Friesen, Tinker und Pferde mit starkem Fesselbehang
Die drei Stadien der Mauke: von beginnender Dermatitis bis zur chronischen Warzenmauke (Raspe).
Ursachen und Risikogruppen: Wer ist besonders gefährdet?
→ Risikogruppen: Kaltblüter, Friesen, Tinker, Pferde mit weißen Beinen
Ursachen der Mauke wirken auf zwei Ebenen. Äußere Trigger wie dauerhafte Nässe, matschige Ausläufe oder abrasive Einstreu schädigen die Hautbarriere in der Fesselbeuge. Durch die vorgeschädigte Haut dringen Bakterien wie Staphylokokken oder Dermatophilus congolensis, Pilze und Milben ein und lösen die entzündliche Reaktion aus. Ohne diese Erreger bliebe die reine Nässe folgenlos.
Die zweite Ebene ist innerlich. Fütterungsfehler mit Protein- oder Zuckerüberschuss und Übergewicht können den Stoffwechsel belasten und die Hautabwehr schwächen. Auch ein langfristiger Einsatz bestimmter Medikamente (etwa Kortikosteroide) kann die Immunlage des Tieres beeinträchtigen. Stress durch Stallwechsel oder Herdenkonflikte begünstigt ebenfalls Rückfälle. Häufig unterschätzt: die Herbstgrasmilbe (Neotrombicula autumnalis), die im Spätsommer und Herbst massive Fesselbeugen-Entzündungen auslösen kann.
Wer ist besonders gefährdet?
Kaltblüter, Friesen und Tinker mit dichtem Fesselbehang sind prädisponiert, weil sich unter dem Behang Feuchtigkeit und Wärme stauen. Pferde mit weißen Gliedmaßen zeigen schwerere Verläufe, da die pigmentarme Haut empfindlicher auf UV-Licht und mechanische Reize reagiert. Ältere Pferde und Tiere mit chronischen Grunderkrankungen wie Cushing tragen ein erhöhtes Risiko.
Die drei Stadien der Mauke erkennen
Das Wichtigste auf einen Blick
→ Stadium 1: Rötung, struppiges Fell, empfindliche Reaktion beim Putzen – keine Lahmheit
Stadium 1 ist der Zeitpunkt, an dem eine konsequente Behandlung den größten Effekt hat. Die Haut in der Fesselbeuge zeigt eine feine Rötung, das Fell wirkt struppig, das Pferd reagiert empfindlich beim Putzen.
Stadium 2 zeigt das klassische Bild der nässenden Mauke: Sekret klebt das Fell zusammen, es bilden sich gelbliche bis bräunliche Krusten, die Haut darunter ist entzündet und schmerzhaft. Ohne fachgerechte Behandlung droht ein Übergang in die chronische Form.
Stadium 3 – die eigentliche Raspe – ist ein chronischer Zustand, der sich über Wochen oder Monate entwickelt. Die Haut verändert sich grundlegend: Sie verdickt sich, bildet wulstige, blumenkohlartike Wucherungen und sitzt mit dicken, fest haftenden Krusten am Fesselkopf. In schweren Fällen greift der Entzündungsprozess auf das darunterliegende Gewebe und den Knochen über. Auf dieser Stufe ist tierärztliche Hilfe keine Option mehr, sondern zwingend notwendig – eine Behandlung allein zu Hause reicht nicht aus.
Stadium
Bezeichnung
Merkmale
1
Beginnende Mauke
Rötung, feiner Ausschlag, leichter Juckreiz, Haare sträuben sich
Sie sind sich unsicher, in welchem Stadium sich Ihr Pferd befindet?
Eine frühe tierärztliche Einschätzung entscheidet über Behandlungsdauer und Prognose. Für Fachfragen zu Kaltplasma in der veterinärmedizinischen Wundtherapie stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.
Die Behandlung von Mauke folgt einer klaren Reihenfolge. Zuerst wird der Behang im betroffenen Bereich vorsichtig geschoren, um freie Sicht auf die Läsion zu schaffen und die Reinigung zu ermöglichen. Anschließend werden die Krusten mit lauwarmem Wasser eingeweicht. Ein gewaltsames Abreißen ist zu vermeiden, da es die entzündete Haut zusätzlich schädigt.
Scheren:
Behang im betroffenen Bereich vorsichtig kürzen.
Erweichen:
Krusten mit lauwarmem Wasser aufweichen.
Reinigen:
antiseptische Lösung anwenden, Wunde freilegen.
Trocknen:
mit sauberem Einwegtuch abtupfen.
Pflegen:
Wundauflage oder Salbe nach tierärztlicher Vorgabe.
Die eigentliche Reinigung erfolgt mit einer geeigneten antiseptischen Lösung, zum Beispiel auf Basis von Polyhexanid, die vom Tierarzt empfohlen wird. Nach dem Waschen wird die Fesselbeuge gründlich trockengetupft. Die weitere Wundversorgung, Salben, Wundauflagen oder Verbände, richtet sich nach Stadium und Erreger und gehört in tierärztliche Hände.
Häufigkeit und typische Behandlungsdauer
In der akuten Phase erfolgen Reinigung und Wundpflege einmal täglich. Sobald das Nässen zurückgeht, kann auf jeden zweiten Tag reduziert werden. Nässende Mauke im Stadium 2 benötigt 4 bis 8 Wochen. Chronische Raspe kann sich über mehrere Monate ziehen und erfordert langfristiges Management. Diese Zeiträume sind Erfahrungswerte aus der veterinärmedizinischen Praxis; individuelle Verläufe variieren.
Behandlungs-Checkliste: Mauke und Raspe beim Pferd
Haken Sie jeden abgeschlossenen Schritt ab. Die Liste hilft bei der täglichen Behandlungsroutine.
Vorbereitung
Reinigung und Desinfektion
Wundversorgung und Nachsorge
Diese Checkliste dient als praxisorientierende Gedankenhilfe und ersetzt keine individuelle tierärztliche Beurteilung. Bei Verschlechterung oder Unsicherheit ist immer der Tierarzt zu kontaktieren.
Wann unbedingt zum Tierarzt?
Antibiotika sind bei tiefen bakteriellen Infektionen oder systemischer Beteiligung unverzichtbar. Ihr Einsatz sollte gezielt und nach Erregerbestimmung erfolgen. Der breite und wiederholte Antibiotikaeinsatz in der Tiermedizin trägt zur Verbreitung multiresistenter Keime bei – ein Grund, warum ergänzende physikalische Therapieansätze zunehmend Aufmerksamkeit erhalten.
Eskalationskriterien
Sofortige tierärztliche Vorstellung ist angezeigt bei: Fieber oder allgemeiner Schwäche, Lahmheit, tiefen oder eitrigen Wunden, fehlender Besserung nach 7 Tagen konsequenter Basisbehandlung, Verdacht auf multiresistente Erreger, aufsteigender Entzündung ins Röhrbein.
Kaltplasma als ergänzender Therapieansatz
Das Wichtigste auf einen Blick
→ Wirkprinzip:
physikalische Inaktivierung von Erregern durch reaktive Spezies.
→ Zweitwirkung:
Stimulation der Wundheilung durch Zytokin-Ausschüttung.
→ frei von Resistenzen, Allergenen und Nebenwirkungen.
→ Einsatz:
ergänzend zur klassischen Wundtherapie.
Kaltes atmosphärisches Plasma, beschrieben als vierte Phase der Materie, ist ein ionisiertes Gas bei Körpertemperatur, das reaktive Sauerstoff- und Stickstoffspezies (ROS/RNS) erzeugt. Diese Spezies zerstören die Zellmembranen von Bakterien, Viren und Pilzen physikalisch. Weil der Wirkmechanismus mechanisch und nicht biochemisch ist, ist eine Resistenzbildung analog zu Antibiotika aktuell nicht bekannt. Untersuchungen des Leibniz-Instituts für Photonische Technologien (IPHT) Jena belegen die Inaktivierung von 21 klinisch relevanten Erregern – darunter multiresistente Stämme.
Der zweite Wirkstrang ist konstruktiv. Kaltplasma aktiviert nach vorliegenden Untersuchungen die Ausschüttung von Zytokinen, die Zellwachstum und Zelldifferenzierung regulieren, und regt die Angiogenese im Wundbereich an. Beide Effekte unterstützen den Wundverschluss. In der Humanmedizin ist Kaltplasma bei chronischen Wunden bereits etabliert; in der Veterinärmedizin gewinnt der Ansatz an Bedeutung.
ViroCAP vet für die tierärztliche Praxis
ViroCAP vet ist die veterinärmedizinische Ausprägung der Kaltplasma-Technologie von Viromed Medical. Das Unternehmen betreibt seit 2004 Grundlagenforschung zu Viren und Bakterien. Als Forschungspartner sind das Leibniz-Institut IPHT Jena, das Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung (HZI) und die Medizinische Hochschule Hannover (MHH) eingebunden. Das Gerät wiegt rund 160 Gramm, ist akkubetrieben und damit als Point-of-Care-Lösung für jede Praxis geeignet.
Die Anwendung erfolgt schmerzarm und kontaktlos: Das Handgerät wird mit einem sterilen Abstandhalter über die zu behandelnde Fläche geführt. Kaltplasma ersetzt nicht die Wundreinigung und tierärztliche Diagnostik, sondern ergänzt sie dort, wo Antiseptika und Antibiotika an ihre Grenzen stoßen – etwa bei rezidivierender Raspe. Der Anschaffungspreis für ViroCAP vet liegt erfahrungsgemäß im Bereich von 1.000 bis 2.000 Euro – eine Investition, die sich bei regelmäßiger Anwendung in der Praxis amortisiert.
Fütterung und Stallmanagement: Rückfälle verhindern
Prävention setzt an beiden Ursachenebenen an. Auf der externen Seite steht konsequente Trockenhaltung: saubere, saugfähige Einstreu, drainierte Ausläufe ohne stehendes Wasser, tägliche Kontrolle und Reinigung der Fesselbeugen bei Pferden mit Behang. Nach Weidegang oder einem Ritt im Nassen sollten Sie die Beine gründlich trockenreiben – reines Abwaschen genügt nicht.
Auf der internen Seite ist eine bedarfsgerechte Fütterung entscheidend. Spurenelemente wie Zink und Mangan sind für die Hautintegrität wichtig, Biotin unterstützt die Hornbildung. Eine Überversorgung mit Zucker, Stärke oder Protein kann den Stoffwechsel belasten und die Hautabwehr schwächen. Eine Blutuntersuchung durch den Tierarzt zeigt, ob und welche Ergänzung sinnvoll ist. Pauschale Supplementierung ohne Befund ist nicht zielführend.
Praxis-Checkliste für Halter
Tägliche Sichtkontrolle der Fesselbeugen, besonders unter dem Behang
Ausläufe drainieren, matschige Zonen vermeiden
Nach Nässe Beine trockenreiben, nicht nur abduschen
Fütterung durch Blutbild und Rationsberechnung optimieren
Stressfaktoren im Herdengefüge und Management identifizieren
Häufige Fragen zu Mauke und Raspe
Ist Mauke ansteckend?
Mauke selbst ist keine klassisch ansteckende Krankheit. Die beteiligten Erreger können jedoch von Pferd zu Pferd übertragen werden, etwa über gemeinsame Putzutensilien oder kontaminierte Einstreu. In Beständen mit gehäuftem Auftreten sind Hygienemaßnahmen und getrennte Pflegemittel für betroffene Tiere sinnvoll.
Wie lange dauert die Behandlung von Mauke?
Stadium 1 heilt bei konsequenter Pflege oft innerhalb von 1 bis 2 Wochen ab. Stadium 2 benötigt in der Regel 4 bis 8 Wochen. Chronische Raspe im Stadium 3 kann sich über mehrere Monate ziehen und erfordert langfristiges Management inklusive gezielter Ursachenkontrolle.
Welche Pferderassen sind besonders anfällig?
Kaltblüter, Friesen und Tinker mit dichtem Fesselbehang sind besonders häufig betroffen, weil unter dem Behang Feuchtigkeit und Wärme stauen. Auch Pferde mit weißen Gliedmaßen zeigen schwerere Verläufe.
Können Milben Mauke auslösen?
Ja. Chorioptes-Milben und die Herbstgrasmilbe (Neotrombicula autumnalis) können Mauke-ähnliche Symptome auslösen oder eine bestehende Mauke verschlimmern. Ein Hautgeschabsel durch den Tierarzt sichert die Diagnose.
Was leistet Kaltplasma bei chronischer Raspe?
Kaltplasma inaktiviert nach vorliegenden Studien Bakterien, Pilze und Sporen physikalisch und kann parallel die Wundheilung durch Anregung von Zellwachstum und Gefäßneubildung unterstützen. Gemäß den Forschungsergebnissen des Leibniz-Instituts IPHT Jena schließt das auch multiresistente Erreger ein. Der Ansatz eignet sich als Ergänzung zur klassischen Wundtherapie, nicht als deren Ersatz.
Wann sollte ich unbedingt den Tierarzt rufen?
Bei Fieber, Lahmheit, tiefen oder eitrigen Wunden, fehlender Besserung nach 7 Tagen konsequenter Basisbehandlung oder Verdacht auf resistente Erreger ist eine tierärztliche Vorstellung ohne Verzögerung notwendig.
Interesse an Kaltplasma für die Tiermedizin?
Wir beraten tierärztliche Praxen und Kliniken zu Einsatzgebieten, Handhabung und Wirtschaftlichkeit von ViroCAP vet. Kontaktieren Sie uns – wir melden uns umgehend bei Ihnen zurück.