Stellungnahme des Vorstands zur aktuellen Entwicklung der Viromed Medical AG

Sehr geehrte Aktionärinnen und Aktionäre,
sehr geehrte Geschäftspartner,
sehr geehrte Interessierte,

nach der Veröffentlichung unserer Ad-hoc-Mitteilung vom 08. Mai 2026 und der darauf folgenden negativen Marktreaktion halte ich es für wichtig, die Entwicklungen der vergangenen zweieinhalb Jahre sachlich, transparent und im Gesamtzusammenhang einzuordnen.

Zunächst möchte ich klar festhalten: Viromed Medical hat in den vergangenen Jahren erhebliche operative, technologische, wissenschaftliche und regulatorische Fortschritte erzielt.

Die veröffentlichten vorläufigen Zahlen für das Geschäftsjahr 2025 zeigen trotz aller Diskussionen eine deutliche Verbesserung der Unternehmensentwicklung:
Der Umsatz stieg von 1,1 Mio. Euro auf 5,1 Mio. Euro, gleichzeitig wurde der Sprung von einem Jahresfehlbetrag von -3,1 Mio. Euro auf einen Jahresüberschuss von 0,6 Mio. Euro erreicht. Dass das ursprünglich kommunizierte Umsatzziel von mindestens 8 Mio. Euro nicht erreicht wurde, hatte im Wesentlichen einen Grund:
Eine bereits bestehende Bestellung im Umfang von rund 2,4 Mio. Euro konnte aufgrund der Verzögerungen im MDR-2a-Zertifizierungsprozess nicht ausgeliefert und bilanziert werden. Die Auslieferung beginnt nun nach erteilter Zulassung, sodass die entsprechenden Umsätze in das laufende Geschäftsjahr 2026 fallen.

Die regulatorischen Prozesse rund um die MDR-2a-Zertifizierung waren deutlich komplexer und zeitintensiver, als ursprünglich erwartet. Während des laufenden Verfahrens wurden seitens der Auditoren wiederholt zusätzliche Anforderungen, technische Prüfungen und Nachtests eingebracht. Diese zusätzlichen Anforderungen führten in Summe zu zeitlichen Verschiebungen von rund sieben Monaten.

Entscheidend ist jedoch: Wir haben den regulatorischen Prozess für die MDR-2a-Zulassung unseres Virocap Med erfolgreich abgeschlossen.

Rückblickend sprechen wir bei ViroCAP über eine Entwicklung von praktisch „0 auf 100“ innerhalb von nur zweieinhalb Jahren: von der technologischen Entwicklung über regulatorische Prozesse bis hin zum internationalen Marktauftritt.

Das ist eine außergewöhnliche Leistung des gesamten Teams. Dieses Gerät ist aus meiner Sicht in unserem Segment derzeit weltweit eines der modernsten, innovativsten und effektivsten mobilen medizinischen Devices überhaupt.

Gleichzeitig liefen parallel umfangreiche wissenschaftliche Entwicklungsprogramme, insbesondere im Bereich PulmoPlas. Hier arbeitet Viromed gemeinsam mit führenden wissenschaftlichen Institutionen wie der Medizinischen Hochschule Hannover, dem Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung sowie dem Universitätsklinikum des Saarlandes an der Erforschung der Anwendung von Kaltplasma im pulmonalen Bereich.

Nach unserem Kenntnisstand führt derzeit weltweit kein anderes Unternehmen vergleichbare ex-vivo-Studien an lebenden Lungen mit Kaltplasma durch. Auch die wissenschaftlichen Abläufe haben uns teilweise deutlich vor Augen geführt, dass Spitzenforschung nicht unter wirtschaftlichem Zeitdruck arbeitet. Bereits abgeschlossene positive Versuchsreihen wurden aus wissenschaftlicher Vorsicht und zur maximalen Absicherung nochmals vollständig wiederholt. Diese Prozesse waren zeitintensiv, dienen jedoch der wissenschaftlichen Qualität und Sicherheit.

Ein weiterer zentraler Punkt betrifft unsere umfangreichen Patent- und Schutzrechtsaktivitäten. Viromed hat in den vergangenen Monaten umfangreiche Patentanmeldungen prüfen, technisch erarbeiten und gemeinsam mit spezialisierten Patentanwälten und Fachexperten strategisch absichern lassen. Diese Prozesse wurden erst kürzlich abgeschlossen.

Gerade im Bereich hochinnovativer medizinischer Technologien ist der Schutz geistigen Eigentums ein elementarer Bestandteil der Unternehmensstrategie. Wer wissenschaftliche Daten, technische Verfahren oder regulatorische Erkenntnisse zu früh offenlegt, schafft potenziellen Mitbewerbern die Möglichkeit, Entwicklungen schneller nachzubauen, technologische Ansätze zu analysieren oder gezielt Lücken anzugreifen. Aus genau diesem Grund wurden bestimmte wissenschaftliche Fortschritte, technische Details und Entwicklungsstände bewusst nicht fortlaufend über klassische IR-Kommunikation veröffentlicht.

Solange umfangreiche Patent- und Schutzrechtsverfahren laufen, werden verantwortungsvoll agierende Unternehmen keine detaillierten öffentlichen Aussagen zu sensiblen technologischen Entwicklungen tätigen.

Parallel dazu mussten wir das ViroCAP nach dem ersten Markteintritt als Klasse-1-Produkt nochmals technisch optimieren. Einzelne technische Anpassungen und Nacharbeiten sind bei neu entwickelten Medizinprodukten nicht ungewöhnlich. Entscheidend ist, wie professionell und nachhaltig solche Themen gelöst werden. Gemeinsam mit der relyon plasma GmbH konnten diese Optimierungen inzwischen erfolgreich abgeschlossen werden.

Zusätzlich liefen parallel weitere hochkomplexe Prozesse:
die Erstellung und Prüfung des Jahresabschlusses, die laufenden MDR-Audits, die Due-Diligence-Prozesse im Zusammenhang mit der angestrebten Übernahme der relyon plasma GmbH, internationale Gespräche mit strategischen Partnern sowie die Vorbereitung des weltweiten Marktstarts des ViroCAP auf der EWMA 2026.

Die EWMA 2026 hat uns endgültig gezeigt, wie groß das internationale Interesse an unseren Technologien inzwischen geworden ist. Dort konnten wir intensive Gespräche mit Unternehmen, Partnern und Interessenten aus zahlreichen Ländern führen.

Parallel dazu befinden wir uns weiterhin in fortgeschrittenen Gesprächen mit großen internationalen Konzernen über mögliche strategische Kooperationen und zukünftige Strukturen.

Auch wirtschaftlich haben wir enorme Mittel investiert: Die Entwicklung des ViroCAP sowie der regulatorische MDR-Prozess verursachten Kosten von deutlich über 2 Mio. Euro. Die wissenschaftlichen Studien lagen bei über 1,5 Mio. Euro, hinzu kamen weitere Entwicklungs-, Patent-, Messe-, Personal- und Infrastrukturkosten.

In diesem Zusammenhang möchte ich auch zu den immer wieder diskutierten Aktienverkäufen Stellung nehmen. Diese Verkäufe dienten nicht persönlicher Gewinnmaximierung oder Bereicherung, sondern vor allem dazu, Viromed jederzeit handlungsfähig zu halten und Prozesse ohne Zeitverlust voranzutreiben. Dadurch konnten Studien, regulatorische Abläufe, Materialbeschaffungen und Entwicklungsprozesse häufig direkt zugesagt, sofort finanziert und beschleunigt werden. Ich bin überzeugt davon, dass wir dadurch erhebliche Zeit eingespart haben und heute wesentlich weiter sind, als dies bei rein klassischen Finanzierungswegen möglich gewesen wäre.

Viele junge Aktiengesellschaften scheitern an fehlendem Working Capital oder verwässern ihre Aktionäre massiv durch fortlaufende Kapitalmaßnahmen. Genau das wollten und konnten wir vermeiden. Die von mir gewährten Darlehen wurden der Gesellschaft zu fairen und günstigen Konditionen zur Verfügung gestellt – deutlich unter dem Niveau klassischer Finanzierungsmodelle.

Zum Abschluss möchte ich eines unmissverständlich klarstellen: Viromed steht heute stärker da, als manche Außenstehende erkennen. Wer ausschließlich auf einen kurzfristigen Kurseinbruch blickt, blendet aus, was dieses Unternehmen in nur zweieinhalb Jahren tatsächlich aufgebaut und erreicht hat.

Wir haben nicht einfach ein Produkt entwickelt. Wir haben innerhalb kürzester Zeit ein hochmodernes medizinisches Device entwickelt, dieses regulatorisch erfolgreich durch einen extrem anspruchsvollen MDR-2a-Prozess geführt und gleichzeitig eines der innovativsten Kaltplasma-Unternehmen weltweit aufgebaut.

Wir arbeiten mit führenden wissenschaftlichen Einrichtungen zusammen, führen Studien durch, die nach unserem Kenntnisstand weltweit einzigartig sind, und haben uns technologisch in eine Position gebracht, die inzwischen internationales Interesse auf höchstem Niveau erzeugt.

Unsere Kundenbasis wächst dynamisch. Unsere Kunden sind hochzufrieden.

Große Unternehmen suchen aktiv die Zusammenarbeit mit uns. Und spätestens seit dem EWMA-Kongress 2026 wissen wir endgültig, dass Viromed international angekommen ist und eine Spitzenposition einnimmt.

Das alles entsteht nicht zufällig. Es entsteht durch enorme Arbeit, enorme Investitionen, schnelle Entscheidungen und den kompromisslosen Willen, technologisch und medizinisch zu den Besten zu gehören.

Ja, wir hatten zeitliche Verzögerungen. Aber wir haben geliefert. Und genau darin liegt der entscheidende Unterschied.

Wir sprechen hier nicht über ein Unternehmen ohne Ergebnisse oder ohne Substanz. Wir sprechen über ein Unternehmen, das innerhalb kürzester Zeit ein technologisches und wissenschaftliches Fundament geschaffen hat, das nach meiner festen Überzeugung in den nächsten 1–2 Jahren seinen tatsächlichen Wert zeigen wird.

Als Vorstand der Viromed Medical AG kann ich klar sagen: Ich habe niemals aufgehört, kompromisslos an dieses Unternehmen, diese Technologie und an die Zukunft von Viromed zu glauben.

Mit besten Grüßen

Ihr
Uwe Perbandt

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