Brauche ich die Drittimpfung? Laborärzte-Chef sagt, wann Auffrischungsimpfung Sinn macht

Berlin, 03.09.2021

Studien legen nahe, dass die Wirkung der Covid-Impfung mit der Zeit nachlässt. Gesundheitsminister Spahn erwägt deshalb, auch Menschen außerhalb der Risikogruppen schon bald ein weiteres Impfangebot zu machen. Andreas Bobrowski, der Vorsitzende der Deutschen Laborärzte hält das für falsch. Andreas Bobrowski ist Facharzt für Laboratoriumsmedizin und Erster Vorsitzender des Berufsverbands Deutscher Laborärzte.

Zum ausführlichen Artikel: focus.de

Antikörpertest BAU

Endlich Faustregel für Antikörper! Ärzte-Chef sagt, welcher Wert Sie vor Covid schützt

Berlin, 02.09.2021

Antikörpertest BAU

Nach der Corona-Impfung wollen viele testen, ob diese bei ihnen auch angeschlagen hat. Sie lassen ihre Antikörperspiegel überprüfen. Laborärzte-Chef Andreas Bobrowski erklärt bei FOCUS Online, wann der Wert hoch genug ist – und wann eine Drittimpfung Sinn macht.

Als Faustregel geht Bobrowski von folgenden Grenzwerten aus:

Liegt der Antikörperspiegel

  • unter einem Wert von 21,8 BAU, hat die Person mit hoher Wahrscheinlichkeit keinen Immunschutz gegen Corona.
  • über einem Wert von 44 BAU, hat die Person mit hoher Wahrscheinlichkeit einen Immunschutz gegen Corona.

Quelle: www.focus.de

Antikörpertests

Laborärzte empfehlen Antikörpertests vor Auffrischungsimpfungen

Berlin, 31.08.2021

Zum Start der Auffrischungsimpfungen gegen das Coronavirus SARS-CoV-2 in Deutschland schlägt der Berufsverband Deutscher Laborärzte (BDL) eine Priorisierung der Personengruppen für die Drittimpfung anhand von Antikörpertests vor.

Dazu sollten sogenannte Surrogat-Neutralisationstests die Coronavirus-Antikörper-Konzentration im Blut der Impfkandidaten bestimmen. Der Antikörpertest helfe den Impfenden, die „Mammutaufgabe der Dritt­impfung“ strukturiert anzugehen, hieß es aus dem Verband.

„Unter einem Wert von 21.8 Binding Antibody Units (BAU) gehen wir davon aus, dass die getestete Per­son keinen Immunschutz gegen das Coronavirus hat. Diese Patienten müssen bei den Auffrischungs­im­pfungen priorisiert werden“, sagte der Vorsitzende des Berufsverbandes, Andreas Bobrowski.

Anschließend sollte der Antikörperspiegel regelmäßig gemessen werden, um diese besonders gefährdete Patientengruppe bestmöglich zu schützen. Über 1.000 BAU sei eine Drittimpfung unnötig.

„Zwischen 21.8 BAU und 1.000 BA besteht ein Graubereich, der wissenschaftlich noch nicht genau aus­gelotet ist. Solange es keine verbindlichen Grenzwerte gibt, sollten Menschen mit einem Impftiter knapp über 21.8 BAU im Zwanziger- oder Dreißigerbereich schneller geimpft werden als Impfwillige über 44 BAU“, so Bobrowski.

Insgesamt solle man aber niemandem in der großen Mittelgruppe die Drittimpfung verwehren, empfiehlt der Berufsverbands-Vorsitzende.

Der Verband Akkreditierte Labore in der Medizin (ALM) berichtet unterdessen von einem moderaten Anstieg der Positivrate bei den SARS-CoV-2-PCR-Tests. Diese seien in der vergangenen Woche vom 23. bis 29. August auf 8,2 Prozent gestiegen (Vorvergangene Woche 8,1 Prozent). © hil/aerzteblatt.de